Warum bin ich so, wie ich bin?
Meinem Wesen als Kriegsenkel auf der Spur

Wieso haben viele das Gefühl, nicht genau zu wissen, wer sie sind und wohin sie wollen? Wo liegen die Ursachen für diese diffuse Angst vor der Zukunft? Es ist ein völlig ungewohnter Gedanke, sich vorzustellen, das eigene Lebensgefühl könnte von Kriegstraumata der Eltern oder Großeltern stammen.

Es sind so viele Eigenschaften, die sich ähneln. In der Wahrnehmung der Kriegsenkel hat es ihnen fast allen an Nähe und körperlicher Wärme gefehlt. Viele Kriegsenkel haben das Gefühl, klein und unbedeutend bleiben zu müssen, um den Eltern ein Gefühl von Stärke zu geben. Sie sind es, die die Verantwortung für das Wohl ihrer Eltern zu tragen haben. Nie sind sie gut genug: Sie müssen immer noch mehr leisten, immer noch besser aussehen, um glücklich zu werden. Oft bleiben sie kinderlos und wechseln häufig ihre Beziehungen. Von den Eltern können sie oft wenig Hilfe erwarten, denn diese sind selbst hilfsbedürftig oder krank.

„Kriegsenkel“ bezieht sich auf die Jahrgänge 1948 bis ca. 1979. Es geht um die Weitergabe von traumatischen Erlebnissen der Kriegskinder an die nächsten Generationen (Kriegsenkel/Kriegs-

urenkel) in „verdünnter Form“ über die Erziehung.

Die Probleme werden jetzt offenkundig, da die traumatischen Kriegserfahrungen meist verdrängt wurden und jetzt erst zutage kommen. Die Generation der Kriegsenkel traut sich kaum, nach verdrängten Erlebnissen zu fragen – auch wenn vermutet wird, dass dort unausgesprochene traumatische Erlebnisse (sog. „Geheimnisse“) vorhanden sind. Die Folgen dieser unbewussten Weitergabe von Kriegserlebnissen an die nächsten Generationen zeigen sich in psychosomatischen Beschwerden, Symptomen und sonstigen Erlebnissen unterschiedlicher Art. Viele dieser Erscheinungen werden erst im Zusammenhang mit den Erlebnissen der Kriegsgeneration erklärbar und tragen dann zum Verständnis und zur Heilung oder Milderung der Symptome bei.

Durch Informationen über die Hintergründe hilft das Seminar dabei, Erklärungszusammenhänge zu erstellen und damit Ansätze zum Umgang zu bieten, die der eigenen Lebensbewältigung unterstützend und förderlich zugutekommen können.

Details
Leitung: Eckhard Schröder  
Termin: SA, 18.05.2019 von 13:00 bis 18:00 Uhr
SO, 19.05.2019 von 10:00 bis 16:00 Uhr
(12 Unterrichtsstunden)
Kosten: 108,00 €

Ort: Kobi-Räume
Adlerstraße 81-83
44137 Dortmund
Kurs-Nr.: kb2607193
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